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Archive for: März, 2017

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HONIG UND BIENEN

HONIG UND BIENEN

Tausend Ideen schwirren durch meinen Kopf und ich flippe von einer Sache zur anderen. Mache aber nichts wirklich zu Ende. Kennt ihr das? „Stop!“ rufe ich innerlich zu mir „konzentrier dich auf eine Sache“. In solchen Momenten hilft mir ein Stück Papier und ein Stift, um meine Gedanken zu ordnen und zu priorisieren. Nacheinander kann ich dann die einzelnen Dinge konzentriert angehen.

Eigentlich ist doch alles irgendwie Projektmanagement in unserem Leben. Ob nun im Business oder im Privatleben. Die anfangs investierte Zeit in Struktur und Ordnung verkürzt die anschließenden Schritte. Das gilt für das Projekt „Gartenparty“ genauso wie für das Großprojekt „Einführung einer neuen Software“. Im letzteren Fall sind nur ein paar mehr Beteiligte involviert als bei der Gartenparty – außer ihr feiert wie der große Gatsby.

Und was hat das mit Mediation zu tun? Projektmanagement ist auch Konfliktmanagement. Projekte sind für Konflikte wie der Honig für die Bienen: Hier müssen Menschen zusammenarbeiten, die aus unterschiedlichsten Organisationsbereichen kommen und verschiedenste Interessen haben. Dass es da mal zum Streit kommt ist nicht verwunderlich.

Herausfordern bei diesen Konflikten ist es, dass sie a) möglichst schnell gelöst werden sollten und b) die Konfliktparteien anschließend motiviert (!) miteinander am Projekterfolg arbeiten. D.h. eine Top-Down Entscheidung „wir machen es jetzt links herum“ kann dazu führen, dass zwar nicht weiter über das Wie gestritten wird, eine Partei aber frustriert sein und wenig motiviert weiterarbeiten wird. Wie gut, dass es da den mediativen, ich nenne es auch den kooperativen Weg gibt: Schnell und mit einer WinWin-Lösung am Ende.

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GEFÜHLE

GEFÜHLE

Ich habe mir gestern Morgen eine Rede von Miriam Meckel angesehen (https://www.youtube.com/watch?v=hVvflUWdfk0). Dort beschreibt sie, wie lange sie ohne Gefühle gelebt und gearbeitet hat.

Wenn ich mir ihren Lebenslauf durchlese, beeindruckt mich ihre Karriere. Das Blatt Papier verrät aber nicht, wie sich die einzelnen Etappen für sie angefühlt haben. So wie sie es beschreibt, muss es zwischendurch sehr anstrengend gewesen sein, eine Art innerlicher Kampf. Ein Ringen zwischen linker und rechter Gehirnhälfte.

Gerade im Business gilt immer noch, dass wir rational und überlegt handeln müssen: Der Businessmensch verabschiedet sich morgens von seinen Gefühlen, wenn er das Haus verlässt und ist mit Eintritt in das Firmengebäude die Gelassenheit in Person. Konflikte gibt es nicht, man ist nur unterschiedlicher Meinung und sollte an der Kommunikation arbeiten. Ist das denn wirklich so? Sind wir wirklich nur dann die besseren Mitarbeiter und Führungskräfte, wenn wir das Herz zu Hause lassen? Nein, Kopf und Herz in der Kombination sind das unschlagbare Team in uns. Gefühle zu zeigen hat nichts mit Schwäche zu tun. Ganz im Gegenteil, wer nach außen zeigt was innerlich los ist, beweist Mut und ist authentisch.

Und was hat das mit Mediation zu tun?  Konflikte entstehen nur in Verbindung mit Emotionen. Wenn du nur unterschiedlicher Meinung mit deinem Gegenüber bist, ist das noch lange kein Konflikt.

Ein Beispiel: Du sitzt in einer Besprechung und plötzlich sagt jemand zu dir „mir gefällt Ihre Präsentation nicht.“ Das kann dich völlig kalt lassen und du zuckst nur mit den Schultern. Oder du merkst wie die Wut in dir aufsteigt und du reagierst entsprechend – ein Konflikt entsteht. Warum Menschen in derselben Situation unterschiedlich reagieren, hat so viele Gründe wie es unterschiedliche Menschen gibt.

„Wie schön wäre das, wenn man immer gelassen reagieren könnte“ – dann wären wir nur keine Menschen, sondern Roboter. Ich sage „Wie schön, dass wir uns auf unsere Gefühle verlassen können. Sie zeigen uns, wenn wir etwas klären müssen.“

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MOTIVATION

MOTIVATION

Chaka, wir schaffen das! Motiviert sollen wir doch alle sein, vor allem bei der Arbeit. Und wenn es der Mitarbeiter nicht ist, dann muss die Führungskraft ihn bitte dahin bekommen.

Ich bin davon überzeugt, dass Mitarbeiter, nein Menschen generell, von Natur aus motiviert sind – da muss ich mir nur Kleinkinder beim Spielen angucken. Unternehmen und Führungskräfte müssen ihre Mitarbeiter nicht motivieren. Sie müssen erstmal dafür sorgen, dass sie sie nicht de-motivieren. Wie das funktioniert? Eigentlich ganz einfach, dem Menschen wertschätzend gegenübertreten. Das bedeutet ganz konkret, ihm zuhören und ihn ernst nehmen. Mit ernst nehmen meine ich, das warum hinter allem verstehen zu wollen bevor ich vorschnell urteile. Warum z.B. nimmt mein Mitarbeiter nicht die Verantwortung für die Themen, die ich ihm gegeben habe? Warum sieht er nicht, dass ich seine fachliche Kompetenz so wertschätze?

Wir Menschen wollen alle, dass uns zugehört wird und dass wir ernst genommen werden. Erst dann haben wir das Gefühl, wirklich gesehen zu werden. Und dann kommt vieles von alleine: Ich werde gesehen, ich kann zeigen was ich für Ideen und Stärken habe.

Und was hat das mit Mediation zu tun? Mediation ist gelebte Wertschätzung. Hier geht es darum zuzuhören und das warum zu verstehen. Meine Rolle ist dabei die der Führungskraft. Ich steuere durch den Prozess, höre sehr genau zu und bringe Ruhe und Wertschätzung in den Verständigungsprozess. Gerade am Anfang wo die Gemüter noch aufgeregt und erhitzt sein können. Gegen Ende trete ich in den Hintergrund, denn dann schauen sich die Parteien wieder an – sie sehen sich buchstäblich wieder. Die gemeinsame Lösungsfindung ist dann nur noch das Tüpfelchen auf dem i.

Und während ich das schreibe, merke ich wieder wie mich der Weg der Mediation so dermaßen motiviert. Ihr müsst das einmal spüren und es haut euch im positiven Sinne um. Dieser Moment, wenn Menschen, die sich vorher im wahrsten Sinne des Wortes nicht mehr verstanden haben, sich plötzlich wieder in die Augen sehen und MITEINANDER reden und tatsächlich einen weiteren gemeinsamen Weg finden. Großartig! Und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich diese Berufung gefunden habe.

Das war nun vermutlich mein längster Blog. Das passiert dann wohl mit „zu viel“ Motivation. In diesem Sinne, bis bald!

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HALTUNG

HALTUNG

Haltung. Ein Wort mit dem jeder vermutlich etwas Anderes verbindet. Körperlich: Das gerade Sitzen. Seelisch: Ein positiver oder negativer Blick auf die Dinge oder eine Wert-Haltung.

Für mich hat es in jederlei Hinsicht etwas Aufrechtes, Gerades, Stabiles. Etwas an dem ich mich orientieren kann. Etwas das nach meiner Ansicht jeder Mensch irgendwie braucht. Ich würde sogar noch weitergehen und sagen, etwas, das jedes Unternehmen braucht, um eine Richtung zu haben. Nicht zu verwechseln mit der Strategie. Nein, ich meine mehr den Blick nach innen. Welchen Stellenwert haben meine Mitarbeiter? Wieviel Mitspracherecht hat der Einzelne? Wie sieht meine Führungskultur aus? Ist mir Umweltschutz wichtig?

„Gibt es doch alles schon“ sagen Sie? Stimmt… es gibt in Konzernen Leitlinien für Mitarbeiter und für Führungskräfte. Es gibt Prinzipien wie man mit den Kunden umgehen möchte. Es gibt Zielvorgaben für Frauenqoten usw. Aber was hält diese ganzen Leitlinien zusammen? Was ist der kleinste gemeinsame Nenner bzw. gibt es ihn überhaupt? Sind alle Leitlinien miteinander vereinbar?

Für mich ist es die Haltung des Unternehmens auf die alles zusammenläuft. Wenn diese Haltung von oben gelebt wird und für jeden spürbar ist, dann braucht ein Unternehmen keine Leitlinien. Die Mitarbeiter spüren wofür das Unternehmen steht, wofür sie stehen. So handeln sie intuitiv im Sinne des Unternehmens. Ich bin davon überzeugt, dass eine gelebte und spürbare Unternehmens-Haltung ein großer Hebel für den Erfolg ist!

Und was hat das mit Mediation zu tun? Für mich als Mediatorin ist die Frage nach meiner Haltung eine ganz Wichtige. Welches Menschenbild trage ich in mir? Welche Werte sind für mich wichtig und welchen Anspruch habe ich dabei an mich als Person und als Wirtschaftsmediatorin? Meine Haltung ist spürbar in der Mediation und sollte einen positiven Einfluss auf die Stimmung im Miteinander haben.

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