Loading
LADEN
image title

GEFÜHLE

Ich habe mir gestern Morgen eine Rede von Miriam Meckel angesehen (https://www.youtube.com/watch?v=hVvflUWdfk0). Dort beschreibt sie, wie lange sie ohne Gefühle gelebt und gearbeitet hat.

Wenn ich mir ihren Lebenslauf durchlese, beeindruckt mich ihre Karriere. Das Blatt Papier verrät aber nicht, wie sich die einzelnen Etappen für sie angefühlt haben. So wie sie es beschreibt, muss es zwischendurch sehr anstrengend gewesen sein, eine Art innerlicher Kampf. Ein Ringen zwischen linker und rechter Gehirnhälfte.

Gerade im Business gilt immer noch, dass wir rational und überlegt handeln müssen: Der Businessmensch verabschiedet sich morgens von seinen Gefühlen, wenn er das Haus verlässt und ist mit Eintritt in das Firmengebäude die Gelassenheit in Person. Konflikte gibt es nicht, man ist nur unterschiedlicher Meinung und sollte an der Kommunikation arbeiten. Ist das denn wirklich so? Sind wir wirklich nur dann die besseren Mitarbeiter und Führungskräfte, wenn wir das Herz zu Hause lassen? Nein, Kopf und Herz in der Kombination sind das unschlagbare Team in uns. Gefühle zu zeigen hat nichts mit Schwäche zu tun. Ganz im Gegenteil, wer nach außen zeigt was innerlich los ist, beweist Mut und ist authentisch.

Und was hat das mit Mediation zu tun?  Konflikte entstehen nur in Verbindung mit Emotionen. Wenn du nur unterschiedlicher Meinung mit deinem Gegenüber bist, ist das noch lange kein Konflikt.

Ein Beispiel: Du sitzt in einer Besprechung und plötzlich sagt jemand zu dir „mir gefällt Ihre Präsentation nicht.“ Das kann dich völlig kalt lassen und du zuckst nur mit den Schultern. Oder du merkst wie die Wut in dir aufsteigt und du reagierst entsprechend – ein Konflikt entsteht. Warum Menschen in derselben Situation unterschiedlich reagieren, hat so viele Gründe wie es unterschiedliche Menschen gibt.

“Wie schön wäre das, wenn man immer gelassen reagieren könnte” – dann wären wir nur keine Menschen, sondern Roboter. Ich sage „Wie schön, dass wir uns auf unsere Gefühle verlassen können. Sie zeigen uns, wenn wir etwas klären müssen.“