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Archive for: April, 2017

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ZIELE

ZIELE

Wer schon mal für einen Marathon trainiert hat, weiß wie sich anfangs das Ziel die 42km zu bewältigen, anfühlt: Unmöglich!

Und wer es dann geschafft hat, kennt das Gefühl beim Zieleinlauf auch: Großartig! Und wie kam ich von einem „unmöglich“ zu einem „großartig“? Mit einem ganz klaren Ziel vor Augen. Ich habe mir immer wieder bildlich vorgestellt wie ich nach 42km in Hamburg durch das Ziel laufen werde und was das wohl für ein Gefühl sein muss. Anders hätte ich die 3,5 Stundenläufe in der Vorbereitung nicht durchgehalten. Immer dann, wenn ich dachte „ich kann nicht mehr“ und „du spinnst, dass du hier an einem Sonntag bei Regen 30 km in der Gegend rumläufst“ habe ich mir dieses Bild nach vorne geholt und es so irgendwie nach Hause geschafft. Dieses Ziel hat mich so motiviert, dass ich den straffen Trainingsplan durchgezogen haben – November 2014 bis April 2015.

Im Nachhinein sage ich, dass die große Leistung nicht der eigentliche Marathon war, sondern der Weg dorthin. Schon fast sinnbildlich für das Leben und einer der Kalendersprüche an denen dann doch etwas Wahres dran ist – der Weg ist das Ziel. Für das Ziel muss man sich jedoch klar entschieden und es immer wieder vor Augen haben – gerade dann wenn es mal nicht so läuft.

Und was hat das mit Mediation zu tun? Wann nehmen Menschen eine Mediation in Anspruch? Meistens dann, wenn sie in einem eskalierten Konflikt stecken, den sie alleine nicht mehr lösen können. Sie könnten dem Konflikt ausweichen – z.B durch Kündigung oder Wegbewerbung in eine andere Abteilung. Sie haben aber ein gemeinsames Ziel: Sie wollen oder müssen weiterhin miteinander leben und arbeiten. Dieses Ziel lässt sie so mutig sein, sich dem Konflikt zu stellen und ihn gemeinsam zu lösen. Anfangs vielleicht auch mit dem Gedanken „unmöglich!“. Ist es geschafft, haben sie aus eigener Kraft aus dem Unmöglichen das Mögliche gemacht.

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INTUITION

INTUITION

Beim Joggen hatte ich so einen perfekten Moment. Wobei ich weiß gar nicht, ob das Wort perfekt es richtig beschreibt. Es war eher so etwas Vollkommenes. Vollkommen, weil nahezu alle meine Sinne angesprochen wurden und sich so ein sehr schönes Gefühl in mir breitmachte. Von außen betrachtet war die Situation alles andere als schön. Ich lief über die Eisenbahnbrücke, es war bedeckt, windig und es nieselte. Und doch war der Blick rüber Richtung Deutzer Brücke und dem Kölner Dom irgendwie toll. Die Bäume sind mittlerweile alle so grün, dass selbst bei grauem Himmel nicht mehr alles so trist aussieht. Schwierig zu beschreiben als dass jemand Außenstehendes das nachempfinden kann. Das dachte ich auch in dem Moment und hätte mir gewünscht diese Stimmung einfangen und in eine Dose stecken zu können. Immer dann, wenn ich dieses Gefühl noch mal hätte spüren wollen, könnte ich dann die Dose aufmachen und abtauchen. Was genau der Grund dafür war, dass der Blick den ich sicherlich schon 1000mal genießen durfte, heute so besonders war, weiß ich nicht. Alles kann der Kopf eben nicht verstehen. Gut so.

Und was hat das mit Mediation zu tun? Mediation hat eine klare Struktur, in der ich als Mediatorin führe. Doch es sitzen dabei Menschen vor mir und es entstehen immer Situationen in denen mich meine Intuition führt und mir sagt, was jetzt das Beste für die beiden Parteien wäre. Bis vor ein paar Jahren habe ich gedacht, dass mein Kopf eine Art Diamant für mich ist. Ich kann mich auf ihn verlassen und er hat mich bisher gut durchs Leben gebracht. Durch meine Arbeit als Mediatorin habe ich meinen echten Diamanten kennengelernt, es ist und war schon immer meine Intuition. Lange verkannt doch nun erkannt. Mein Kopf kann es mir nicht erklären. Gut so.

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ZEIT

ZEIT

Ich saß vergangenes Wochenende mit Freunden zusammen und es wurde die Lotto-Frage gestellt: Welchen Herzenswunsch würdet ihr euch mit einem Lotto-Gewinn erfüllen? Zeit! Den 40 Stunden Job hinschmeißen und einfach nur Zeit haben. Wofür? Erstmal für gar nichts. Eine Freundin ging so weit und meinte, sie würde sich eine Woche nur auf den Boden legen wollen. Eine Art Freikaufen vom alltäglichen Müssen. Jeden Tag die freie Wahlmöglichkeit über das Tun und dabei die Sicherheit zu haben, die Rechnungen bezahlen zu können.

Wobei die Zeit bei der Arbeit auch ein teures Gut ist. Wäre es nicht großartig so viel Zeit zu haben, um ein Projekt richtig vorbereiten zu können? Oder mal den Posteingang auf ein erträgliches Maß abzuarbeiten?

Zeit ist kostbar und doch nicht käuflich. Man muss sie sich nehmen. Das Patentrezept für das „sich nehmen“ habe ich nicht. Hätte ich es, wäre es vermutlich mein Lottogewinn. Und dann? Dann würde ich weiter das machen was ich gerade mache, nur ein bisschen weniger, um mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen zu können. Die bräuchten dann auch nur wieder mehr Zeit… aber ich hätte ja das Patentrezept, meinen Lottogewinn. Schöne Vorstellung!

Und was hat das mit Mediation zu tun? Konflikte sind oftmals hitzig und laut. Mediation gibt den Konfliktparteien Zeit und Raum, um sich wieder annähern zu können. Mit der Zeit kommt dann auch die Ruhe. Und mit der Ruhe wird der Weg eröffnet, gemeinsame Lösungen zu finden. Man könnte auch sagen „mit der Zeit kommen die Lösungen“. Wie bei so vielem im Leben.

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BEDÜRFNISSE

BEDÜRFNISSE

Gestern erzählten mir Freunde von ihrem Kinderarzt, der sagte, dass Eltern bei den Themen Schlafen, Nahrung und Kleidung das Sagen haben sollten. Wir Erwachsenen wissen was für die Kinder das Richtige ist. Dieses ganze Schischi was derzeit darum gemacht wird, wäre kontraproduktiv. Wenn die Ansicht der älteren Generation so falsch wäre, dann müsste uns heutigen Erwachsenen ja etwas fehlen. Meine erste Reaktion war „ja, unserer Gesellschaft fehlt auch etwas. Und davon ganz viel!“. Wovon ich spreche? Von unseren Bedürfnissen, die wir teilweise gar nicht spüren und die wir nicht ernst nehmen. Die Bedürfnisse Hunger und Durst bekommen wir noch ganz gut hin. Die fühlen wir und schaffen zügig Abhilfe. Aber was ist mit den Bedürfnissen nach Nähe, Ruhe, gehört zu werden, mal sein eigenes Ding zu machen und Liebe? Spüren wir diese Bedürfnisse immer oder ist das oft ein etwas diffuses Gefühl von irgendwie genervt sein? Und wenn wir es tatsächlich so genau aufdröseln können und wissen was dahintersteckt, bekommen wir dann auch den nächsten Schritt hin und wissen, was wir tun müssen, damit es uns besser geht? Ärgerlich, dass da niemand mehr ist, der weiß was das Beste für uns ist.

Sehr privater Blog dieses Mal, hat gar nichts mit dem Business zu tun. Wie gut, dass wir als Mensch zur Arbeit gehen. Und neben den Gefühlen nehmen auch immer die Bedürfnisse mit Platz, wenn ich mich hinsetze und meinen Laptop anmache.

Und was hat das mit Mediation zu tun? Wir alle haben Bedürfnisse, nur manchmal erkennen wir sie nicht sofort. Nicht nur die eigenen, auch die des Gegenübers. Wir verstehen einfach nicht, warum er oder sie sich so verhält. Ist doch eigentlich alles ganz klar! Oder eben doch nicht? Als Mediatorin weiß ich nicht was für dich das Beste ist und welche Bedürfnisse du hast. Das weißt du selber am Besten. Ich unterstütze dich dabei, deine Bedürfnisse nach oben zu holen und die für dich beste Lösung zu finden.

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VERANTWORTUNG

VERANTWORTUNG

Verantwortung, eines meiner Lieblingsthemen. Es wird schnell und oft benannt und dabei steckt so viel dahinter.

Die für mich persönlich größte Verantwortung ist die eines Erwachsenen für sein Kind. Mehr geht nicht… oder doch? Wie sieht es mit der Verantwortung für mich selber aus? Wer trägt die Verantwortung dafür, dass es mir gut geht und ich ein Leben lebe wie ich es mir vorstelle?  Kann ich Verantwortung für jemand anderen übernehmen, wenn ich sie für mich selber (noch) nicht angenommen habe?

Im Job wird das Thema Verantwortung ebenfalls großgeschrieben. Es gibt auf dem Papier Prozessverantwortliche und Projektverantwortliche. Allerdings ist es im Projektverlauf häufig schwierig fachliche Verantwortungsträger zu finden, die bereit sind Entscheidungen zu treffen. Woran mag das liegen? Ist es die Angst falsch zu entscheiden? Oder fühlen sie sich nicht verantwortlich – obwohl es irgendwo auf einem Stück Papier dokumentiert ist? Wenn letzteres der Fall ist, was braucht es, damit diese Verantwortungslücke gefüllt wird?

Und was hat das mit Mediation zu tun? Mediation bedeutet Verantwortung für sich selber zu übernehmen. Wenn ich mich für eine Mediation entscheide, entscheide ich mich dafür selber die Lösung zu finden, die für mich am besten ist. Ich bin mutig und gebe die Verantwortung nicht an einen „Entscheider“ ab.

Mediation kann dabei projekt- und prozessbegleitend laufen. Sie muss nicht erst dann zum Einsatz kommen, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Verantwortlichkeiten und Interessen schon frühzeitig zu klären, führt zu einer erfolgreichen Projekt- und Unternehmensführung.

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