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INTUITION

Beim Joggen hatte ich so einen perfekten Moment. Wobei ich weiß gar nicht, ob das Wort perfekt es richtig beschreibt. Es war eher so etwas Vollkommenes. Vollkommen, weil nahezu alle meine Sinne angesprochen wurden und sich so ein sehr schönes Gefühl in mir breitmachte. Von außen betrachtet war die Situation alles andere als schön. Ich lief über die Eisenbahnbrücke, es war bedeckt, windig und es nieselte. Und doch war der Blick rüber Richtung Deutzer Brücke und dem Kölner Dom irgendwie toll. Die Bäume sind mittlerweile alle so grün, dass selbst bei grauem Himmel nicht mehr alles so trist aussieht. Schwierig zu beschreiben als dass jemand Außenstehendes das nachempfinden kann. Das dachte ich auch in dem Moment und hätte mir gewünscht diese Stimmung einfangen und in eine Dose stecken zu können. Immer dann, wenn ich dieses Gefühl noch mal hätte spüren wollen, könnte ich dann die Dose aufmachen und abtauchen. Was genau der Grund dafür war, dass der Blick den ich sicherlich schon 1000mal genießen durfte, heute so besonders war, weiß ich nicht. Alles kann der Kopf eben nicht verstehen. Gut so.

Und was hat das mit Mediation zu tun? Mediation hat eine klare Struktur, in der ich als Mediatorin führe. Doch es sitzen dabei Menschen vor mir und es entstehen immer Situationen in denen mich meine Intuition führt und mir sagt, was jetzt das Beste für die beiden Parteien wäre. Bis vor ein paar Jahren habe ich gedacht, dass mein Kopf eine Art Diamant für mich ist. Ich kann mich auf ihn verlassen und er hat mich bisher gut durchs Leben gebracht. Durch meine Arbeit als Mediatorin habe ich meinen echten Diamanten kennengelernt, es ist und war schon immer meine Intuition. Lange verkannt doch nun erkannt. Mein Kopf kann es mir nicht erklären. Gut so.