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OFFENHEIT

Es ist Donnerstag und ich schreibe erst jetzt meinen Blog. Ich kann gar nicht genau sagen woran es liegt, es ist einfach sehr viel passiert, sehr viel Gutes. Diese Woche fühlt sich für mich ziemlich besonders an. Dass morgen der Deutsche Bundestag über die „Ehe für alle“ abstimmt macht es nahezu perfekt. Während ich hier sitze und überlege wie ich beschreiben soll was das für mich bedeutet, läuft vor meinem inneren Auge meine „Regenbogengeschichte“ ab: Vor 17 Jahren, im Jahr 2000, mein erster CSD in Köln, ein überwältigendes Gefühl. Ein Jahr später wurde das Lebenspartnerschaftsgesetz verabschiedet. Weitere 13 Jahre später meine eigene Verpartnerung mit der Frau, die ich so sehr liebe. Vor zwei Jahren die Geburt unseres Sohnes, der schönste Augenblick meines Lebens, meine Welt stand still. Behördengänge für die Stiefkindadoption, Hausbesuch vom Jugendamt, Gerichtstermin mit einem tollen Richter, der sich dafür entschuldigt, dass die gesetzlichen Hürden noch so sind wie sie sind. Und morgen: Werde ich meine Frau fragen, ob sie mich heiraten will. Es mag für viele Menschen nur etwas rein formales, etwas juristisches sein. Für mich hat es eine sehr große symbolische Bedeutung und ich bin unendlich dankbar, dass ich das erleben darf!

Und was hat das mit Mediation zu tun? Mediation kann nur so erfolgreich sein wie es die Konfliktparteien zulassen. Wenn jemand Angst hat darüber zu sprechen was ihm oder ihr wichtig ist, Angst hat Gefühle zu zeigen, darüber zu sprechen wie es ihm oder ihr mit der Situation geht, ist es viel schwieriger beim Gegenüber Verständnis zu erzeugen. Als Mediatorin ist es meine Aufgabe, die Medianten darin zu unterstützen und Ihnen einen sicheren Raum zu geben. Und ich kann diese Offenheit selber vorleben, indem ich darüber schreibe…

Und nun gehe ich ins Bett und werde vermutlich vor Aufregung kaum einschlafen können.