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WORTWAHL

Das gestrige TV-Duell zwischen der Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihrem Herausforderer Martin Schulz hat mir gezeigt welche Macht doch Sprache hat. Frau Merkel spricht vom „Schlendrian“ und ich musste schmunzeln. Das letzte Mal habe ich das Wort aus dem Mund meiner Oma gehört. Dagegen „koffert“ Herr Schulz mit etwas Umgangssprache. Ob die beiden Kandidaten ihre Wortwahl bewusst einsetzen, kann und will ich gar nicht beurteilen. Mir ist nur aufgefallen, dass es bei mir eine Wirkung hat. Die Wortwahl spricht bei mir unterschiedliche Assoziazionen und Gefühle an. Ob das meine Wahlentscheidung beeinflusst? Nein, es hat mir nur wieder ins Bewusstsein geholt, aufmerksam zu sein. Kommunikation ist so viel mehr als Informationsweitergabe. Unsere Gefühle sprechen immer mit und hören immer zu. Ich glaube gerade in der heutigen Zeit ist das nicht zu unterschätzen.

Und jetzt? Geht mal in die nächste Eigentümerversammlung oder das nächste Business-Meeting und achtet bewusst auf die Wortwahl der Teilnehmer/innen. Es ist definitiv unterhaltsamer als in langweiligen Besprechungen Bullshit-Bingo zu spielen 😉

Und was hat das mit Mediation zu tun? Mediation ist das Management von Kommunikation und Gefühlen. Der Weg einander besser zu verstehen, weil das „Gefühlsrauschen“ hinter der reinen Informationsweitergabe bewusst nach vorne geholt wird. Die Gefühle sitzen eh mit am Tisch, dann sollten sie auch einen Platz erhalten und mitreden dürfen.