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DO IT YOUR WAY

Nach dem Studium begann ich im Unternehmenscontrolling beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) meinen ersten Job. Nach zwei Jahren wurde mir die Verantwortung übertragen, die zentrale Ansprechpartnerin für die Raumfahrtinstitute bezüglich aller betriebswirtschaftlicher Fragen zu sein. Was war ich stolz!

Erst auf den zweiten Blick realisierte ich was da an Herausforderung auf mich zukommen wird: Eine komplette Männerdomäne und gestandene Institutsleiter mit Professorentiteln, alle internationale Experten auf ihrem Gebiet. Und dorthin kam ich, 25 Jahre jung, Absolventin einer Hilfswissenschaft (weil keine Ingenieurin oder ähnliches) weiblich und damals noch blond. Mit dem Auftrag, mich und meine zukünftige Aufgabe vorzustellen: Auf das Budget achten während im Institut für den Nobelpreis geforscht wurde. Ihr könnt euch ggf vorstellen mit wie offenen Armen ich dort empfangen wurde.

Mein Ziel war es, möglichst kompetent und selbstbewusst rüberzukommen, ich wollte ernst genommen werde. Dabei lagen große Fußstapfen vor mir in die ich treten wollte. Mein Vorgänger war ein sehr anerkannter Kollege, fachlich konnte man ihm nichts vormachen. Er redete auf Augenhöhe mit den Direktoren. Dort wollte ich auch hin. Vom Typ war er allerdings das komplette Gegenteil von mir: Männlich, einige Jahre älter als ich, Absolvent einer echten Wissenschaft (Ingenieur) und recht ernst.

Damals ging ich unbewusst davon aus, dass wenn ich das selbe Ziel habe ich auch denselben Weg gehen muss. Also liefen die ersten Termine genau so ab: Dunkler Hosenanzug, weiße Bluse und ernstes Gesicht. Ich fühlte mich so gar nicht wohl in meiner Haut. Erst nach und nach fand ich meinen eigenen Weg. Bis ich dann ich war. Ab dem Zeitpunkt flupte es in der Kommunikation und ich kam dort an wo ich hinwollte: Ich wurde als Gesprächspartnerin auf Augenhöhe ernst genommen.

Das ist nun fast 15 Jahre her und ich dachte heute bei der Vorbereitung meiner Vorlesung zum Projektmanagement an der International School of Management wieder daran. Das was ich meinen Studentinnen und Studenten dort beibringe ist nur das Handwerkszeug, quasi das Lesen und Schreiben für Projektmanager und -managerinnen. Genauso wichtig ist es, den zukünftigen Projektleiterinnen und Projektleitern mitzugeben wie sie ihren eigenen Weg finden, Projekte zu leiten. Hierfür gibt es keinen Blueprint, das „Wie“ was den Einen erfolgreich macht ist nicht best practise für alle Anderen. 

Wenn ihr Unterstützung dabei braucht, euren Weg herauszuarbeiten, damit ihr die beste Projektleiterin werdet, die schon in euch steckt, dann ruft mich gerne an!