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KOMFORTZONE

Raus aus der Komfortzone. Straße durch schneebedeckte Berge.

Raus aus der Komfortzone. So leicht gesagt und so schwer getan. Nicht nur der Schritt aus der Komfortzone heraus ist schwer. Dafür muss ich erstmal erkennen wo die Grenzen meiner Komfortzone liegen.

Die echte Herausforderung beginnt erst dort wo ich sie am Wenigsten erwarte. Ein Beispiel aus meinem Leben: Bei meinem ersten Arbeitgeber durfte ich an einem Mentoringprogramm teilnehmen. Ein Bestandteil waren auch Seminare, die der Persönlichkeitsentwicklung dienten. Ein Outdoorworkshop inklusive Hochseilgarten stand nun an. Mit meinen 25 Jahren war ich die Jüngste in dem Programm und damals noch sehr sportlich. Daher sah ich das Hochseilgartenevent als willkommene Herausforderung, um den erfahrenen Kollegen mal zeigen zu können was in mir steckt. Ich konnte es also kaum noch abwarten auf die Bäume zu klettern. Tja, bis ich dann da oben stand und mir beinahe in die Hose machte. Mir war bis zu diesem Zeitpunkt absolut nicht bewusst was ich für eine Höhenangst habe. Überhaupt das Gefühl der Angst in so einer intensiven Form zu spüren kannte ich nicht. Ich habe dort zum ersten Mal erfahren was es bedeutet an seine Grenzen zu kommen.

Kennt ihr eure Komfortzone und deren Grenzen? Sich diese bewusst zu machen ist eine spannende Selbsterfahrung. Rückblickend fallen mir da so einige Situationen ein, in denen ich mindestens schon mit einem Fuß über der Linie stand. Gerade in den Anfängen meines Jobs. Ich denke da nur an meinen ersten Projekt-Kickoff mit den vielen Gesichtern die mich erwartungsvoll ansahen oder desinteressiert auf ihre Laptops schauten, weil sie das Projekt von Beginn an völlig unsinnig fanden.

Je besser ich mich selber kennenlerne, desto besser kann ich mich auf solche Erfahrungen vorbereiten. Sei es, dass ich Situationen vermeiden kann, wenn ich weiß, dass ich mich dabei unwohl fühlen werde (Hochseilgarten) oder ich lerne wie ich mehr Sicherheit bei Aufgaben bekomme, vor deren Herausforderung ich immer wieder stehen werde – wenn ich diesen Weg gehen möchte (Widerstände und Interessen in Kick-Offs herausarbeiten). Im letzten Fall erweitere ich meine Komfortzone und entwickele mich weiter.

Und was hat das mit Mediation zu tun? Wer streitet sich schon gerne? Dazu noch vor einer externen und fremden Person? Und welche Führungskraft möchte nicht lieber alleine Konflikte im Team lösen können? Eine Mediation fühlt sich sicherlich für die Beteiligten – gerade beim ersten Mal – nicht unbedingt nach Komfortzone an. Es erfordert Mut diesen Schritt zu gehen. Geht man ihn, stehen die Chancen den Konflikt zu lösen sehr gut. Aber nicht nur das. Man entwickelt sich persönlich weiter, weil man sich selber besser kennenlernt. Das selbe gilt für das Team. Ein Team das die Lösungen seinen Konfliktes eigenverantwortlich in einer Mediation löst, geht gestärkt aus diesem Prozess heraus.