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Archive for: Januar, 2018

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ACHTSAMES MANAGEMENT

ACHTSAMES MANAGEMENT

Achtsames Management. Um die Zukunft der Organisation zu sichern, brauchen wir auf allen Ebenen eines Unternehmens mehr soziale Kompetenzen. Dazu gehört neben den immer wieder genannten weichen Faktoren unbedingt auch die persönliche Haltung.

Wir brauchen Menschen in Unternehmen, die eine hohe Sensibilität für Abläufe und Beziehungen haben.

Die Unternehmenskultur sollte auf die Qualität der Beziehungen innerhalb des Unternehmens einzahlen. Davon ist es abhängig welche Informationen an der Basis gehört und nach oben an die Managementebene gegeben werden. Wenn die Manager nicht wirklich wissen wollen, warum Prozesse und Projekte schief laufen, werden sie nie verstehen was zwischen den Menschen in ihren Unternehmen vor sich geht und was in diesen Menschen vorgeht.

Wir brauchen Menschen in Unternehmen, die eine Prozess- und Chaoskompetenz besitzen.

Sie besitzen die Fähigkeit Informations- und Arbeitsprozesse auf das Aufnahmevermögen und die Lernkurve von Menschen abzustimmen. Sie bleiben in Konflikt- und Krisensituationen ruhig und handlungsfähig. Sie können gut zuhören, auf Menschen eingehen und vertrauen auf die Selbststeuerungsfähigkeit von Menschen.

Wir brauchen Menschen in Unternehmen, die sich mit Mediation beschäftigen und die Wirtschaftsmediation als einen Grundpfeiler der Unternehmenskultur sehen.

Denn diese Wertschätzung gegenüber den Menschen, diese reflektierte und auf Nachhaltigkeit bedachte Herangehensweise, diese neuen Managementansätze bilden die Haltung einer jeden Mediatorin ab.

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EIGENVERANTWORTUNG

EIGENVERANTWORTUNG

Eigenverantwortung. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es sich viel besser anfühlt, wenn ich die Dinge selber in die Hand nehme. Zugegeben, das ist manchmal anfangs eine echte Überwindung und ja, ich habe auch oft Angst davor Fehler zu machen. Bevor ich etwas angehe, soll es möglichst perfekt sein – damit die Wahrscheinlichkeit zu scheitern gegen Null tendiert. Wie oft habe ich mir damit schon selber im Weg gestanden. Umso ausfüllender ist das Gefühl dann, wenn ich mich traue und die ersten Schritte gegangen bin.

Hier ein ganz praktisches Beispiel aus meinem Berufsleben: Das Thema Akquise. Uaahh, fieses Thema, mag ich gar nicht. Lange, lange habe ich mich davor gedrückt. Im letzten Jahr habe ich mich auf mein Glück und mein Netzwerk verlassen – was mir auch tatsächlich geholfen hat und wofür ich sehr dankbar bin. Trotzdem hatte ich so oft das Gefühl von Machtlosigkeit, also das Gefühl davon abhängig zu sein, dass es das Leben irgendwie gut mit mir meint und sich einfach so etwas ergibt. Wie soll man auch als Mediatorin Werbung für sich machen? Wie kann hier Akquise aussehen? „Hallo Herr Müller, mein Name ist Birgit Schumacher. Haben Sie gerade Krach in der Bude und brauchen hier jemanden der Sie unterstützt?“. Ähm nein, bei einem so sensiblen Thema, das Führungskräfte oft sogar persönlich betrifft, kann man nicht mit der Tür ins Haus fallen. Eine wunderbare Ausrede also für mich, dass das Thema Kaltakquise für meinen Berufsstand einfach nichts ist. Wenn ich so darüber gesprochen habe nickten mir meine Kolleginnen und Kollegen auch immer zustimmend zu. Prima, so wurde ich auch von außen bestätigt.

Wenn da nicht dieses doofe Gefühl von „es nicht selber in der Hand haben“ gewesen wäre. Also was tat ich? Ich habe mir ein sehr empfehlenswertes Hörbuch zum Thema Kaltakquise gekauft (“Heiß auf Kaltakquise” von Tim Taxis) und habe beim Hören gedacht „wenn nicht wir Mediatoren, wer soll es denn sonst besser können?“. Kunden gewinne ich doch nur, wenn ich Lösungen für ihre Probleme habe. Und um herauszufinden, welche Probleme sie haben und welche Lösungen sie ganz konkret brauchen, muss ich zuhören. Ich muss ihre Interessen heraushören und mich in ihre Lage einfühlen können. Zudem ist es wichtig  – wie ich gelernt habe – dass es in einem Akquisegespräch darauf ankommt, die Gesprächsführung zu behalten. Nichts anderes mache ich in einer Mediation: Ich höre die Interessen heraus, versuche zu spüren was die Medianten gerade brauchen und wenn es heiß hergeht ist es wichtig, dass ich durch den Konflikt führe und die Zügel in der Hand behalte. Also was mache ich mir die ganze Zeit zum Thema Akquise vor?

Ich habe es also getan und meine ersten Anrufe getätigt. Um ehrlich zu sein, ich war anfangs vor jedem Anruf sehr, sehr aufgeregt und habe mich jeweils mindestens eine halbe Stunde vorbereitet – so viel zum Thema Perfektionismus 😉 Aber… es geht von mal zu mal leichter und mich motiviert es ungemein, denn nun habe ich das Gefühl es selber in der Hand zu haben. Etwas Glück braucht man immer im Leben, aber ich glaube es kommt dann, wenn man vorher auch seinen eigenen Beitrag dazu getan hat.

Also an alle Coaches, Berater und Mediatoren da draußen, die ähnliche Gedanken haben wie ich sie hatte: Traut euch! Wenn ihr von dem was ihr anbietet überzeugt seid und euren Kunden zuhört, dann kann Akquise sogar Spaß machen. Und es gibt einem das Gefühl wirklich SELBSTständig und FREIberuflich zu sein.

Und was hat das mit Mediation zu tun? „Für Menschen, die es gerne selber in die Hand nehmen und sich nicht entscheiden lassen wollen, genau der richtige Weg.“ Das ist mein letzter persönlicher Satz auf meiner Homepage. Ich hätte es nicht besser ausdrücken können 😉

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AGILES MANAGEMENT

AGILES MANAGEMENT

Über einen Impulsvortrag von Prof. Groß (RFH Köln) beim BarCamp “Mittelstand goes Personal” stieß ich auf das Unternehmen Seibert Media.

In einem Artikel des brandeins Magazins wird der Gründer und Geschäftsführer Martin Seibert zum Thema agiles Management interviewt. Nicht ganz ohne Grund, denn sein Unternehmen lebt seit einigen Jahren die agilen Organisationsmethoden wie Scrum. Und diese Form der Zusammenarbeit scheint sich dort auch auszuzahlen: „Es funktioniert einfach: Wir machen mehr Umsatz, die Marge ist höher, die Mitarbeiter sind zufriedener, weil sie mitbestimmen können“. Schaut man sich das Imagevideo von Seibert Media an, scheinen die Mitarbeiter dieselbe Meinung zu haben.

Soweit so gut. Nun mein Aber: Im letzten Abschnitt des brandeins Artikels kommt Torsten Groß zu Wort: “Er ist seit 15 Jahren im Unternehmen und einer der erfahrensten Entwickler. Er verdient 46.000 Euro im Jahr. Anderswo könnte er mehr verdienen.” „Anderswo“, sagt er, „wäre ich aber nicht so glücklich.“

Ist die Schlussfolgerung daraus: Vertrauen und kooperatives Arbeiten gibt es nur in Verbindung mit unterdurchschnittlicher Bezahlung? Verstehe ich nicht. Also weder in die eine noch in die andere Richtung. In die eine Richtung: Warum kann ein Unternehmen das nach eigener Aussage mehr Umsatz und eine höhere Marge hat, nicht auch mehr bezahlen? Hat Bezahlung nicht auch etwas mit Wertschätzung zu tun?

Und in die andere Richtung: Was brauchen Konzerne um agile Arbeitsformen auch abseits der IT nahen Abteilungen einzuführen? So dass die im Artikel beschriebenen Konzerngehälter mit der agilen Arbeitsweise zusammenkommen. Wenn der Hebel des agilen Managements in jedem Unternehmen so groß ist, dann müssten Konzerne exponentiell davon profitieren. Was brauchen Konzerne um das agile Arbeiten abteilungsübergreifend einzuführen? Meine These ist: Um ein Unternehmen zu verändern, muss man erstmal bei sich anfangen. Das gilt für den Mitarbeiter wie für das Top-Management. Und das innere “Changemanagement” tut mehr weh als das in der Organisation 😉

Und was hat das mit Mediation zu tun? Mediation bringt Lösungen für (Konflikt-)Themen bei denen anfangs niemand dachte, dass diese jemals zu lösen sind. Den Weg dahin über die Mediation kann man als inneres Changemanagement bezeichnen. Manchmal etwas unangenehm, aber am Ende umso erhellender. Und man braucht Mut.

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