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AGILES MANAGEMENT

Über einen Impulsvortrag von Prof. Groß (RFH Köln) beim BarCamp “Mittelstand goes Personal” stieß ich auf das Unternehmen Seibert Media.

In einem Artikel des brandeins Magazins wird der Gründer und Geschäftsführer Martin Seibert zum Thema agiles Management interviewt. Nicht ganz ohne Grund, denn sein Unternehmen lebt seit einigen Jahren die agilen Organisationsmethoden wie Scrum. Und diese Form der Zusammenarbeit scheint sich dort auch auszuzahlen: „Es funktioniert einfach: Wir machen mehr Umsatz, die Marge ist höher, die Mitarbeiter sind zufriedener, weil sie mitbestimmen können“. Schaut man sich das Imagevideo von Seibert Media an, scheinen die Mitarbeiter dieselbe Meinung zu haben.

Soweit so gut. Nun mein Aber: Im letzten Abschnitt des brandeins Artikels kommt Torsten Groß zu Wort: “Er ist seit 15 Jahren im Unternehmen und einer der erfahrensten Entwickler. Er verdient 46.000 Euro im Jahr. Anderswo könnte er mehr verdienen.” „Anderswo“, sagt er, „wäre ich aber nicht so glücklich.“

Ist die Schlussfolgerung daraus: Vertrauen und kooperatives Arbeiten gibt es nur in Verbindung mit unterdurchschnittlicher Bezahlung? Verstehe ich nicht. Also weder in die eine noch in die andere Richtung. In die eine Richtung: Warum kann ein Unternehmen das nach eigener Aussage mehr Umsatz und eine höhere Marge hat, nicht auch mehr bezahlen? Hat Bezahlung nicht auch etwas mit Wertschätzung zu tun?

Und in die andere Richtung: Was brauchen Konzerne um agile Arbeitsformen auch abseits der IT nahen Abteilungen einzuführen? So dass die im Artikel beschriebenen Konzerngehälter mit der agilen Arbeitsweise zusammenkommen. Wenn der Hebel des agilen Managements in jedem Unternehmen so groß ist, dann müssten Konzerne exponentiell davon profitieren. Was brauchen Konzerne um das agile Arbeiten abteilungsübergreifend einzuführen? Meine These ist: Um ein Unternehmen zu verändern, muss man erstmal bei sich anfangen. Das gilt für den Mitarbeiter wie für das Top-Management. Und das innere “Changemanagement” tut mehr weh als das in der Organisation 😉

Und was hat das mit Mediation zu tun? Mediation bringt Lösungen für (Konflikt-)Themen bei denen anfangs niemand dachte, dass diese jemals zu lösen sind. Den Weg dahin über die Mediation kann man als inneres Changemanagement bezeichnen. Manchmal etwas unangenehm, aber am Ende umso erhellender. Und man braucht Mut.