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Archive for: Dezember, 2019

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REGELN

REGELN

Ersetzen Regeln Vertrauen? Oder anders gefragt wofür sind Regeln da? Wann sind sie nützlich? Als erstes fallen mir da Verkehrsregeln ein und deren Sinn erschließt sich mir schnell. Wenn an einer befahrenen Kreuzung die Autofahrer erst aussteigen und miteinander aushandeln müssten, wer nun zuerst fahren darf, würde das vermutlich in einem einzigen Verkehrschaos münden. Wobei… schaut euch mal an, wie sich der Verkehrsfluss am Arc de Triomphe in Paris regelt – hier ein Link dazu. Verblüffend was da passiert.

Wenn ich an Regeln in Unternehmen denke, fallen mir dabei sehr viele Richtlinien ein. Von der Reisekostenrichtlinie, über Regeln zu Home Office bis hin zu Vorgaben, ab wann ein Attest des Arztes bei Krankheit eingereicht werden muss.

Braucht ein Unternehmen diese Regeln?

Ja, Unternehmen brauchen Regeln. Manche sind gesetzlichen Vorgaben geschuldet und müssen Top Down vorgegeben werden. Andere wiederum sollen den Umgang mit, ich nenne es mal Unternehmensressourcen, organisieren. Allerdings kann man bei diesen darüber nachdenken, wie und von wem sie aufgestellt werden sollten:
Wie eingangs erläutert können Verkehrsregeln dabei helfen den Verkehrsfluss am Laufen zu halten. Dass eben nicht Zeit verloren geht, um erstmal auszuhandeln wer denn nun zuerst fahren darf.
Das heißt im Umkehrschluss, dass Regeln das Aushandeln unterbinden, da es nicht mehr erforderlich ist, es würde nichts ändern.

Übertragen auf Unternehmen bedeutet das:

Regeln verhindern die Auseinandersetzung miteinander. Sie verhindern Konflikte.

Ist das nicht gut Konflikte zu verhindern? Nein, ist es nicht, denn diese Konflikte sind ja trotzdem da, nur unterschwellig.

Konkreter: Wenn man Teams das Budget ihrer Dienstreisen in die Verantwortung übergibt und ihnen dazu auch die Freiheit lässt, ihre eigene Reisekostenrichtlinie aufzustellen, dann wird das sicherlich zu Konflikten in einem Team führen, in dem andere Themen des Miteinanders bisher nicht geklärt sind. Das was bisher unter der Oberfläche waberte, wird nun über ein vermeintliches Sachthema, das es zu regeln gilt, sichtbar. Auf den ersten Blick mag es so wirken als würden sich einzelne Teammitglieder nur darum streiten, ob nun 80€ oder 100€ für eine Hotelübernachtung angebracht sind. Merkt man jedoch, dass Emotionen im Spiel sind und es in der Diskussion persönlich wird, kann man davon ausgehen, dass mehr dahinter steckt. Und anstelle diese Diskussion mit einem „jetzt lasst uns mal sachlich bleiben“ zu beenden, lohnt es sich hier tiefer einzusteigen und mit den Beteiligten herauszuarbeiten was dahinter steckt.


Das heißt, wenn man das Aushandeln der Reisekosten innerhalb des Teams gut mediiert, gibt es am Ende zwei Ergebnisse: 1. Eine für das Team passgenaue Regelung und 2. einen gelösten Konflikt, der bisher negativ auf das Miteinander wirkte.


Ich möchte damit sagen: „Seid mutig und vertraut darauf, dass eure Kollegen und Mitarbeiter die Dinge selber regeln können“ und „gebt ihnen gerade bei den ersten Versuchen einen Rahmen und Unterstützung, um positive Erfahrung mit dieser Selbstverantwortung zu machen.“

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