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Archive for: Dezember, 2017

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DIVERSITY

DIVERSITY

Diversity. Eines dieser vielen Schlagwörter zu denen bereits viel geschrieben wurde. Auch Thomas Sattelberger, neuerdings FDP Bundestagsabgeordneter und ehemaliger Personalvorstand der Deutschen Telekom beschreibt jüngst wie wichtig Unterschiedlichkeit für Unternehmen ist. Dass dadurch Kreativität gefördert wird und erst so das Potenzial eines jeden gehoben werden kann. Wie wahr, da möchte niemand widersprechen.

Vor etwa zwei Monaten sprach ich mit dem Geschäftsführer eines recht großen IT-Unternehmens, dessen Entwickler europaweit verstreut sitzen. Arbeitssprache ist englisch und mit der modernen Kommunikationstechnik muss niemand mehr mit seinem Arbeitskollegen in einem Büro sitzen, es muss nicht einmal mehr das selbe Land sein. Die Digitalisierung macht es möglich – wieder eines dieser Schlagwörter.

Besagter Geschäftsführer hat nun aber ein Problem. Womit? Mit Diversity. Kann nicht sein? Kann doch. Denn Diversity führt eben zu Unterschiedlichkeiten – in diesem Fall zu kulturellen Unterschieden. Genau diese Diversität, die zu Kreativität und zu Innovation führt… und zu Konflikten. Auch das ist gut, denn Konflikte zeigen uns den nötigen Änderungsbedarf auf. Sie zeigen uns an welchen Stellen wir miteinander reden müssen, damit das gemeinsame Arbeiten besser läuft. Allerdings sollte man darauf vorbereitet sein. Nach Diversity zu rufen und auf Innovation ohne Reibung zu hoffen ist aus meiner Sicht naiv. Da gehört viel Vorbereitung zu. Konkret: 1. Führungskräften und Mitarbeitern die Angst vor Auseinandersetzungen und erlebten Gefühlen – auch – im Arbeitsumfeld nehmen, 2. Führungskräften und Mitarbeitern einen Weg aufzeigen wie man seine Meinung, seine Interessen und auch seinen Missmut wertschätzend rüberbringen kann und 3. eine Kultur des Zuhörens schaffen.

Erst wenn du spürst, dass du in deinem Unternehmen mit deiner Meinung anecken darfst und man mit dir in den Austausch geht, erst dann kann Diversity richtig fliegen!

Und was hat das mit Mediation zu tun? Mediation lebt von Unterschiedlichkeit. Wir brauchen Unterschiede und wir brauchen Konflikte. Ansonsten hätten wir Stillstand.

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KONFLIKTE

KONFLIKTE

Beruflich habe ich es mit Konflikten in Unternehmen zu tun. Das sind meistens Konflikte innerhalb eines Teams oder Konflikte zwischen Kollegen verschiedener Abteilungen. Privat kenne ich Konflikte natürlich auch, so wie vermutlich jeder von euch. Streits in der Familie oder mit meiner Partnerin. Was mir lieber ist? Als Mediatorin die Konflikte Anderer zu lösen 😉

Laut und heftig kann ich streiten. Besonders “gut” mit den mir am nächsten stehenden Menschen. Messerscharfe Worte schießen dabei aus meinem Mund und verletzen genau die, die ich am meisten liebe. Mal mehr mal weniger beabsichtig. Wie ein angeschossenes Tier schlage ich verbal wild um mich. Ich bin wütend und fühle mich selber verletzt. Angriff ist da augenscheinlich die beste Verteidigung. Je nachdem welchen Punkt ich bei meinem Gegenüber treffe entsteht eine gewaltige Explosion. Wer von euch das Spiel “Schiffe versenken” kennt, der weiß was ich meine, wenn ich sage “bis dass der Tanker untergeht”. Und dann? Wie bekommen wir nun die beiden gesunkenen Schiffe wieder an die Wasseroberfläche?

Am Anfang geht bei mir erstmal gar nichts. Ich muss für mich sein, um darüber nachdenken zu können was passiert ist. Joggen hilft mir da häufig. Zuerst renne ich wie von der Tarantel gestochen los und meine Gedanken peitschen mich an. Alles kreist um die andere Person. Sie versteht mich nicht, sie denkt nur an sich, das kann sie doch nicht alles ernst meinen, was denkt sie sich dabei?! Nach rund 20 Minuten geht mir meistens die Puste aus. Körperlich aber auch gedanklich. So wird ein wenig Platz frei, um im wahrsten Sinne des Wortes wieder “zu mir zu kommen”. Ich frage mich dann, warum mich das so wütend gemacht hat. Welchen wunden Punkt hat sie bei mir getroffen? Fühle ich mich nicht gesehen oder in meiner Autonomie eingeschränkt? Was brauche ich, damit es mir besser geht?

Komme ich anschließend nach Hause, wünschte ich mir, dass dort dann tatsächlich eine neutrale dritte Person sitzt und zwischen uns moderiert. Uns anleitet und Ruhe reinbringt, wenn wir dann doch wieder in die Du-Botschaften verfallen.

Warum? Die Wut hat mich bis hierhin geschützt. Wie eine Rüstung durch die nur schwer durchzukommen ist. Wenn ich mein Visier öffne und mich mit meinen Verletzungen zeige, mache ich mich verletzlich. Da braucht es nur ein falsches Wort von meinem Gegenüber und die Schotten gehen wieder zu.

Manchmal gibt es nach so einem lauten Streit auch keine direkte Lösung. Ja es tut uns beiden leid wie wir miteinander gesprochen haben und wir versöhnen uns. Aber irgendwie hängt mir etwas nach. Es ist noch nicht alles klar und noch nicht wirklich geklärt.

Bei der Ursachenforschung geht es hauptsächlich um mich. Hier helfen mir vor allem die Supervisionen, die das Qualitätsmanagement für meine Arbeit sind. Eine Art Mediation meiner inneren Konflikte. “Verstehen führt zum Erfolg”, beruflich wie auch privat und ganz persönlich.

Und was hat das mit Mediation zu tun? Mediation ist ein bisschen wie Geisterbahn fahren in der Sicherheit, dass ich am Ende heile wieder raus komme. Mediation nimmt nichts von den Gefühlen, die du gerne vermeiden möchtest. Aber sie führt dich sicher durch diesen dunklen Raum.

Du musst dich hier nicht taktisch verhalten, um zu einem für dich guten Ergebnis zu kommen. Du kannst dein Visier oben behalten ohne Angst vor Verletzungen zu haben. Die Mediatorin ist für den Prozess verantwortlich und schützt beide Parteien.

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